Nach der Atomkraft stehen Kohle, Öl und Gas auf der Abschussliste

Die Unbestechlichen
https://dieunbestechlichen.com/2019/12/nach-der-atomkraft-stehen-kohle-oel-und-gas-auf-der-abschussliste/

Redaktion

Politik

Nach der Atomkraft stehen Kohle, Öl und Gas auf der Abschussliste

18. Dezember 2019

Die Stromproduktion z.B. in Baden-Württemberg sinkt schon jetzt rapide! Was, wenn nicht nur die Lichter ausgehen, sondern auch alles andere?

(von Albrecht Künstle)

Das Schreckenszenario, ‚dann gehen die Lichter aus’, erschaffen (1975) von Baden-Württembergs ehemaligem Ministerpräsidenten Hans Filbinger, überlebte bisher jede Phase der Energiepolitik. Heute ist es so realistisch wie nie.“ So leitete Georg Löwisch im Cicero am 27. Februar 2013 einen Artikel ein. Heute ist es nicht mehr weit bis zu diesem Szenario: Die Bundesregierung trifft Vorbereitungen für einen totalen Stromausfall. Der Bund stockt die Mittel auf für einen „großen Blackout“. Der BDI nennt den Ausstieg aus der Atomkraft und Kohle als potentieller Grund eines umfassenden Wegfalls der Elektrizitätsversorgung: „Ohne ausreichende Netzkapazitäten drohen zu Spitzenlastzeiten Blackouts. Wer die verhindern will, muss Kraftwerke, die eigentlich abgeschaltet werden sollten, länger laufen lassen.“

Hier bestellen!

Ein Blick zurück. Im „Schreckensjahr“ 1975 ging es um den Bau seines Atomkraftwerkes im Wyhler Wald am Oberrhein an der elsässischen Grenze. Das Atomkraftwerk wurde nicht gebaut, und die Lichter gingen trotzdem nicht aus. Aber nur, weil das der Startschuss war für die Nutzung anderer Energiequellen und Energieeinsparungen. Schon drei Jahre später baute ich z.B. eine thermische Solaranlage auf mein Garagendach, 1980 versah ich unser Haus mit einem Vollwärmeschutz und anschließend ließ ich einen verbrauchsärmeren Heizkessel einbauen. Das sparte zwar keinen Strom, aber Energie mit der Strom produziert werden kann. Doch langsam sind die Einsparpotenziale erschöpft. Nach der LED-Technik kommt nichts mehr, und die „hellen Köpfe“ in der Politik werden auch rar.

Auf der anderen Seite steigt der Energiehunger, auch der Freitagsdemonstrant*innen mit ihrer krankhaften Nutzung des Internets. Und der Run auf noch mehr Strom setzt mit den E-Autos erst ein. Jetzt kann die Prophezeiung wahr werden, dass zwar nicht die Lichter ausgehen, weil diese nicht mehr viel Strom brauchen. Aber Haushaltsgeräte könnten stehen bleiben und Heizungen, auch die zunehmende E-Auto-Flotte und noch schlimmer, Industrieanlagen. Hier ein sich abzeichnendes Szenario für Baden-Württemberg.

Letztes Jahr verbrauchte unser Ländle rund 72 Mrd. kWh Strom, erzeugte aber nur 62 Mrd. Seit einiger Zeit musste in Baden-Württemberg 10 bis 20 Prozent des Stroms importiert werden. Nun kommt es Schlag auf Schlag. Ende des Jahres geht Philippsburg 2 vom Netz, dann produziert Baden-Württemberg nur noch 52 Mrd. kWh Strom. Drei Jahre später wird Neckarwestheim 2 dicht gemacht, auch wenn Merkel dann hoffentlich nicht mehr im Amt ist. Die Grünen werden ihr Werk fortsetzen. 2023 würde die Stromproduktion nur noch 42 Mrd. kWh betragen, bei geschätzt 75 Mrd. kWh Strombedarf des Landes.

Weitere 15 Jahre später 2038 soll allen Kohlekraftwerken der Garaus gemacht werden, obwohl nicht alle altersschwach sein werden. Dann hätten wir im Ländle nur noch 24 kWh Strom aus klassischen Kraftwerken. Und mit regenerativer Stromproduktion aus Sonne- und Windkraft lässt sich die Zweidrittel-Lücke nicht schließen. Dann werden sich die heutigen Klimaaktivisten vielleicht wünschen, eine Atommacht zu sein. Dann wäre Deutschland wie z.B. Russland gezwungen, überschüssiges Spaltmaterial der Atomwaffen zu vernichten. Dann hätten wir zwangsläufig noch den Schnellen Brüter in Kalkar in Betrieb und hätten vielleicht sogar einen größeren gebaut. Aber selbst dieser, schon 1985 fertig gebauten Technik, wurde von NRW die Betriebsgenehmigung verwehrt; und 1991 verkündete der Bundesforschungsminister Riesenhuber das endgültige aus des Hoffnungsträgers mit unendlichen Energiereserven. Der Wirtschaftsminister hatte schon damals nicht viel zu sagen.

Vom Blickwinkel auf Baden-Württemberg der Blick auf die Bundesrepublik. Wenn also keine Atomkraft und Kohle mehr, auch Öl und sogar Gas stehen bereits auf der Abschussliste, was dann? Dann bleiben nur der Ausbau der Photovoltaik und Windkraft. Alleine Solarstrom wird den Energiehunger nicht stillen können, zumal dieser Strom nur tagsüber zur Verfügung steht und die Speichertechnik nicht zaubern kann.

In unserem überfüllten Deutschland noch zu überlegen ist die Frage, wie viel Fläche benötigt man für die Produktion der gleichen Menge Stroms. Soll z.B. 10 Mio. kWh konventioneller Strom im Jahr durch regenerative Energie ersetzt werden, muss ein Hektar Land zur Errichtung einer Photovoltaikanlage geopfert werden. Gäbe es da nicht noch die Windkraft mit der die Lücke geschlossen werden kann. Ein Windrad mit der gleichen Energieausbeute benötigt eine Fläche von weniger als einem viertel Hektar. Knapp 30.000 Windräder stehen bereits an Land, es bräuchten nur noch halb so viele zugebaut und die alten Anlagen nach und nach ertüchtigt werden durch so genanntes Repowering.

Meine Berechnungen des Brutto-Flächenbedarfs von Windrädern decken sich mit dem, was Fachleute ermittelt haben. Mit 160 Meter Rotordurchmesser benötigen sie zur Vermeidung von Windschatten 800 Meter Abstand. Eine solche Sechser-Anlage steht auf einem Quadratkilometer, wobei fast die gesamte Fläche land- und forstwirtschaftlich nutzbar ist. Deutschlandweit würde so für 45.000 Windräder zur Erzeugung von 50 Prozent des Strombedarfs zwei Prozent der Fläche benötigt. 100.000 Windräder wären nur erforderlich, wenn auch die Photovoltaik verboten würde, und der gesamte Strombedarf durch Windkraft gedeckt werden müsste.

Die dritte Alternative wäre der Import grünen Strom aus Frankreich. Nur 24 Prozent regenerativ, aber zu 82 Prozent CO2-arm, wem dies wichtig ist. Wie das möglich ist – durch Atomstrom.

Mir persönlich könnte es egal sein, wie „nach mir“ 2035 der Strombedarf gedeckt wird. Deshalb könnte man die Entscheidung der danach betroffenen jüngeren Generation überlassen, die heute gegen alle fossilen Energieträger zu Felde zieht, auch nichts mit Atomkraft und anderem zu tun haben will. Es ist zwar eher die Generation 50+, die auch gegen die „Verschandelung“ durch Windräder und Solarparks Bürgerinitiativen gründen.

Aber wo bleibt die Jugend, die mit einem „Wir schaffen das“ dagegen hält und aufzeigt, dass es komplett ohne fossile Energieträger ginge, aber vor allem WIE? Sie bleibt eine schlüssige Antwort schuldig, sie zeigt keine technischen Lösungen auf, weil alle in brotlosen Berufen rumhängen, statt Handwerker, Techniker und Ingenieure zu werden. Aber gleichzeitig meiner Generation vorwirft, wir hätten ihre „Zukunft geklaut“. Die Freitagsaktivist*innen meistern nicht einmal ihre Gegenwart. Aber physikalische Gesetze und wissenschaftliche Grundlagen auf den Kopf stellen wollen. Und das mit einem PISA-Bildungsniveau, das kaum zu mehr ausreicht als Smartphons zu bedienen. Die Freitagsschwänzerei im Unterricht hinterlässt ihre Spuren.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Wirtschaft

Commerzbank will Verkauf der mBank bis Ende 2020 abschließen

Politik

YouTubes Krieg gegen die Nutzer geht in die nächste Runde – Unblogd, Achse:OstWest, Oliver Flesch…. (Video)

Politik

Wie das russische Fernsehen über den Generalstreik in Frankreich berichtet

Politik

FDP- und Grünen-Politiker warnen Beamte vor Engagement im AfD-„Flügel“

News-Ticker

>>>> alle Schlagzeilen lesen

TOP ARTIKEL

  1. Merkelland ist abgebrannt: Vierzehn Jahre unter der…
  2. EXXON-MOBIL, BP, SHELL, ORANIE-NASSAU, Rothschild…
  3. Wahnsinnige oder Dumme: Wen beschäftigt das ZDF?
  4. Greta vor der jubelnden Menge: Wir stellen die…
  5. Grüne wollen Hamburg zum „Labor zur Welt“ machen
  6. Eine lehrreiche Lektion über Geld
  7. Professor Dr. Philipp Bagus: „Demokratischer…
  8. Charles Krüger: Grüne wundern sich, dass Menschen…
  9. Zerstörung der Meinungsfreiheit I: Die Hassjäger des BKA
  10. Zerstörung der Meinungsfreiheit II: Befürwortung von…

Jetzt eintragen und News kostenlos per E-Mail erhalten:

E-Mail-Adresse

UNSER RSS-FEED

Das Comeback der Blockwarte im großen Stil: Die Hass-Schnüffler des BKA agieren im rechtlichen Dunkelfeld (+Videos)

© 2017 – 2018 Die Unbestechlichen | Impressum | Datenschutz | Nutzungsbedingungen | AGB | Widerrufsrecht | Kontakt | Partnerbereich

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.