Nach der NRW-Wahl: Wir können das Buch Deutschland zuklappen

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Nach der NRW-Wahl: Wir können das Buch Deutschland zuklappen

Von

Daniel Matissek

15. Mai 2022

Austauschbare Staffage: Kutschaty, Wüst (Foto:Imago)

Auch nach dieser heutigen Wahl in Deutschlands einwohnerstärkstem Bundesland bleiben wieder nur zwei mögliche Schlussfolgerungen: Entweder haben die deutschen Wähler ultimativ nicht mehr alle Tassen im Schrank und stimmen vorsätzlich-wissentlich für ihre Selbstausplünderung. Oder – eher unwahrscheinlich – wir haben es auch in Deutschland mit einer massiven, perfektionierten Wahlmanipulation zu tun. Zusammengefasst bedeutet das entweder Pessismismus und Verschwörungstheorie; andere Erklärungen bleiben nicht übrig.

Die erste Variante ist die plausiblere, weil eine in Watte gepackte Mehrheitsgesellschaft nach wie vor dank einer noch nicht aufgezehrten Wohlstandssubstanz oder vermöge staatlicher Übertragungseinkommen (beides in einem sehr auskömmlichen Rahmen, der durch die gerade anlaufende Inflation bislang nur leicht angekratzt ist) überaus komfortabel lebt, und so die voranschreitende strukturelle Sabotage an allem, was dieses Land groß gemacht und groß erhalten hat, in den nach wie vor intakten Rückzugsräumen noch nicht wahrnehmbar ist. Und eine wirksame ideologische Schalldämpfung verhindert, dass die nahenden Einschläge wahrgenommen werden. Anders formuliert: Der Ernst der Lage ist immer noch zu wenigen bewusst.

Am Ende dasselbe Einerlei unter grüner Führung

Vor allem die Verdreifachung der Grünen-Stimmen auf 18,1 Prozent bei der heutigen Wahl muss jedem rational denkenden, sich gegenüber den Gesetzen der Natur, Mathematik und Logik in Demut übendem Zeitgenossen eines verdeutlichen: Jedenfalls an der Wahlurne ist die Rettung Deutschlands vor dem endgültigen Abrutschen in die ökonomische Bedeutungslosigkeit, vor der finalen Zerstörung seiner Identität, sittlichen Werte und Kultur und vor der Erosion der freiheitlichen Grundordnung zugunsten einer doktrinären Öko-Diktatur nicht mehr zu erwarten. Die Wähler wollen anscheinend eine Herrschaft der grünen Wohlstandsvernichtung, Deindustrialisierung, totalitären Kontrolle des Privatlebens vom Reisen, Autofahren, Essen bis hin zum Wohnen, und der geistig-sprachlichen Bevormundung, die ihnen von einer Kaste talentfreier Schreihälse, Studienabbrecher, Plagiatsbetrüger, Zivilversager und Haltungsaktivisten aufoktroyiert wird. Den Grünen gelang es, die von ihnen maßgeblich verschuldete katastrophale Bilanz der bisherigen Ampelregentschaft – vor allem durch allgegenwärtige Preisexplosion und katastrophales konfliktschürendes „Krisenmanagement” gegenüber Russland – völlig von sich fernzuhalten und sogar noch zuzulegen. Dieser Coup ist nicht einmal mehr damit zu erklären, dass sie das Wohlwollen fast der kompletten Medienlandschaft hinter sich wissen.

Diese neue Untergangsbewegung unserer Zeit ist zwar nicht die stärkste Kraft, aber sie ist die einflussreichste – weil sie mit der Klimajugend und der nachwachsenden Migrantifa und wachsenden Zuwandererschar zwei wahlentscheidende Hauptklientele der Zukunft hinter sich weiß und sich als Gralshüter des Zeitgeistes und einer pervertierten Avantgarde aufführt. Deshalb treibt sie, wo immer sie regiert, ihre untereinander gänzlich austauschbaren, weil konturlosen schwarzen oder roten Partner (und erst recht die kleineren Juniorpartner) vor sich her. Wer unter den Grünen letztlich dann den Kanzler oder, wie jetzt in Düsseldorf, den Ministerpräsidenten stellt, ist völlig nebensächlich. Es hätte deshalb ebenso der SPD-NoName Thomas Kutschaty anstelle des gelackten, aalglatten CDU-„Wüstlings“ sein können, der die meisten Stimmen einheimste. Dass die SPD rund 4 Prozent verlor und auf knapp über 27 Prozent kam, während Hendrik Wüsts CDU erstmals wieder eine 35-Prozent-Marke riss, ist ohne Bedeutung, da es sich hier um keine Richtungswahl handelte; am Ende kommt ohnehin die identische Politik heraus – eben so oder so unter Kuratel der Grünen, ohne die eine nächste Regierungsbildung kaum zustandekommen dürfte. Das peinliche Gebuhle der Großen um sie als Ministerpräsidentenmacher setzt bereits ein.

Verdienter Absturz der FDP

Und die FDP, die hier erstmals die verdiente Quittung für den unsäglichen vorsätzlichen Profilverlust ihres vorsitzenden Chamäleons Christian Lindner erhielt und haarscharf an der Fünf-Prozent-Hürde entlang schrammt (mit etwas Glück – oder Pech – könnte sie darunter landen), zahlte bereits den Preis dafür, dass sie sich zum willfährigen Steigbügelhalter systematischer grüner Bürgervergewaltigung machte. Diese Partei brauch endgültig kein Mensch mehr. Zumindest in ihren Reihen ist der deutsche Liberalismus verreckt. Friede seiner Asche.

Dass die AfD, anders als in Schleswig-Holstein, immerhin „noch“ im NRW-Landesparlament vertreten sein darf, wenn sie auch von 7,4 auf gerade noch 5,6 Prozent abschmierte, sagt alles darüber aus, welchen Stellenwert die bürgerliche Mitte, und der Konservatismus in diesem Land, vor allem im „wilden Westen”, noch innehat: Er ist schlicht nicht mehr existent. Auch wenn die AfD sicher negativer als andere Parteien von der geringen Wahlbeteiligung betroffen war und sich die Nichtmobilisierung der Wähler – zumal bei schönstem Sommerwetter – für sie als fatal auswies, so kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die geistige Transformation der ethnischen bereits weitgehend gefolgt zu sein scheint. Gerade der NRW tickt „multikultureller“ und kulturloser als andere Bastionen der Beliebigkeit im kosmopolitischen „Habitat für jedermann“ Deutschland, wo die schwindende Ursprungsbevölkerung ihre nationalen Wurzeln bereits erfolgreich gekappt hat. „Deutschland, aber normal” – dieser Wahlspruch, der mehr als nur ein AfD-Slogan war, hat in diesem Land keine Relevanz mehr.

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